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Alte Bleirohre in Wiesbaden erkennen und sanieren

Aktualisiert am 04.09.2026 · Rohrreinigung Wiesbaden

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Kurzantwort: Bleirohre können das Trinkwasser mit Blei belasten, das vor allem für Kinder und Schwangere gesundheitsschädlich ist. In Wiesbadener Altbauten, die vor 1973 gebaut wurden, sollten Sie die Trinkwasserleitungen unbedingt prüfen lassen. Bleileitungen müssen ausgetauscht werden - Sanierungsverfahren sind keine dauerhafte Lösung.

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Warum sind Bleirohre gefährlich?

Blei ist ein Schwermetall, das sich aus alten Rohren langsam ins Trinkwasser löst - besonders wenn das Wasser lange im Rohr steht, wie etwa nachts. Laut WHO und Umweltbundesamt gibt es für Blei im Trinkwasser keinen sicheren Grenzwert. Schon geringe Mengen können Entwicklungsstörungen bei Kindern verursachen und langfristig Nieren und das Nervensystem schädigen.

Die Trinkwasserverordnung schreibt seit 2013 einen Grenzwert von 0,01 mg/l vor. In Gebäuden mit Bleileitungen wird dieser Wert häufig überschritten.

Wo findet man Bleirohre?

Bleirohre wurden in Deutschland bis in die frühen 1970er Jahre verbaut. In Wiesbaden betrifft das vor allem Gründerzeithäuser in der Innenstadt, Biebrich und Dotzheim sowie Nachkriegsbauten bis etwa 1965. Typisch sind Mietwohnhäuser, die seitdem nicht vollständig saniert wurden.

In Neubauten ab 1975 und in vollständig sanierten Objekten sind Bleileitungen ausgeschlossen. Im Zweifel gilt jedoch: Prüfen lassen.

So erkennen Sie Bleirohre

  • Farbe und Oberfläche: Bleirohre sind grau bis dunkelgrau und haben eine matte, leicht körnige Oberfläche. Wischen Sie die Oberfläche mit einem scharfen Messer ab - Blei hinterlässt einen silbrig glänzenden Schnitt.
  • Weichheit: Blei ist weich und lässt sich mit dem Fingernagel eindrücken. Kupfer ist härter, PVC und Kunststoff sind leichter.
  • Magnettest: Ein Magnet haftet nicht an Blei - im Gegensatz zu verzinkten Stahlrohren.
  • Wassertest: Lassen Sie Ihr Trinkwasser von einem akkreditierten Labor untersuchen. Entsprechende Stellen finden Sie über das Gesundheitsamt Wiesbaden.

Was tun, wenn Sie Bleirohre haben?

Zunächst als Sofortmaßnahme: Lassen Sie Wasser mindestens 2 bis 3 Minuten ablaufen, bevor Sie es trinken oder kochen - vor allem am Morgen nach längerem Stillstand. Verwenden Sie für Säuglingsnahrung und Kochwasser gefiltertes oder abgefülltes Wasser.

Das ist aber nur eine Übergangslösung. Der einzig sichere Weg ist der vollständige Austausch der Bleileitungen.

Rohraustausch oder Inliner?

Beim Trinkwasser gibt es hier eine klare Antwort: Inliner-Sanierungsverfahren sind für Trinkwasserleitungen in Deutschland nicht zulässig, da die verwendeten Kunstharze ebenfalls ins Wasser abgeben können. Nur der vollständige Austausch durch Kupfer- oder Kunststoffleitungen (DVGW W270 zertifiziert) ist für Trinkwasser zugelassen.

Kosten und Förderung

Die Kosten für den Austausch von Bleileitungen hängen stark vom Umfang ab. In einer durchschnittlichen Wohnung rechnen Sie mit 2.000 bis 8.000 Euro für die Wasserleitungen. Prüfen Sie, ob die KfW oder das Land Hessen aktuelle Förderprogramme für die Trinkwassersanierung anbieten.

Als Mieter haben Sie einen rechtlichen Anspruch auf Bleileitungsfreiheit - sprechen Sie Ihren Vermieter schriftlich an, wenn Sie Bleirohre vermuten.

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